Gran Canaria und die Kanarischen Inseln beschäftigen sich mit drohenden Zwangsräumungen in Guía, einer Festnahme wegen Kirchenstörungen in Maspalomas sowie der anhaltenden Wohnkrise.
Guía: Zwangsräumung bedrohte fast 100 Bewohner in Becerril
In Becerril de Guía hat eine drohende Zwangsräumung fast 100 Bewohner verunsichert. Bei einem Treffen teilte der Stadtrat von Santa María de Guía den betroffenen Familien mit, es gebe keine Unterstützung, und warnte, Kinder könnten in Obhut genommen werden, falls Obdachlosigkeit eintreten sollte. Viele Bewohner verstanden das als Drohung. Anwesend waren Sozialdienstbeauftragter Alejandro Rivero Díaz, Sozialarbeiter und Polizei.
Die Räumung sollte am Dienstag erfolgen und betraf das frühere Mr.-Leacock-Anwesen. Bürgermeister Alfredo Gonçalves Ferreira hatte sie vor zwei Monaten für den 30. Juni angekündigt. Grundlage war ein Gerichtsbeschluss vom Dezember 2024 zum Land der Félix-Santiago-Melián-Gruppe. Ein Anwalt legte Berufung ein und kritisierte, die soziale Verwundbarkeit der Betroffenen sei nicht ausreichend geprüft worden.
Maspalomas: Polizei nimmt mutmaßlichen Kirchenstörer fest
Die Nationalpolizei hat in Maspalomas einen Mann wegen mutmaßlicher Störungen von Gottesdiensten festgenommen. Ermittler gingen nach Beschwerden von Gemeindemitgliedern und Kirchenvertretern von wiederholten Vorfällen aus: Der Verdächtige soll während liturgischer Feiern laut geschrien und Anwesende bedroht haben. Auf Aufforderungen, die Kirche zu verlassen, habe er aggressiv reagiert.
Die Vorfälle sollen sich seit September 2025 über neun Monate hingezogen haben und unter Gläubigen Angst erzeugt sowie die Religionsausübung beeinträchtigt haben. Nach der Festnahme führten Beamte den Mann dem Gericht vor, das mehrere Vorsichtsmaßnahmen anordnete, darunter ein Annäherungsverbot zur Kirche.
Kanaren: Protest in La Laguna setzt Druck wegen Mietkrise
Mehr als 3.000 Menschen haben in La Laguna Reformen gegen die Wohnkrise auf den Kanarischen Inseln gefordert. Die Mietervereinigung Teneriffas, Sindicato de Inquilinas de Tenerife, organisierte den Marsch mit Unterstützung von mehr als 50 Gruppen. Teilnehmer skandierten Parolen gegen die Wohnungspolitik und beschrieben die Stimmung als kämpferisch und familienfreundlich.
Ein Manifest machte große Investoren und Banken für die Lage verantwortlich. Es verwies auf mehr als 211.000 leerstehende Wohnungen und einen Mietanstieg um 143 Prozent innerhalb von 13 Jahren. Die SIT schlug einen Notfallplan mit 13 Maßnahmen vor, darunter Mietobergrenzen, unbefristete Verträge und die Rückgewinnung touristischer Vermietungen für Wohnzwecke.
Lanzarote: Seerettung holt rund 50 Migranten aus Schlauchboot
Die spanische Seenotrettung hat vor Lanzarote rund 50 männliche Migranten aus einem Schlauchboot gerettet. Der Luftrettungsdienst der Armee entdeckte das Boot am Freitagnachmittag und alarmierte das Seerettungszentrum in Las Palmas, woraufhin das Rettungsboot Salvamar Acrux auslief. Ein vorbeifahrendes Schiff, die Anemos, meldete, das Schlauchboot wirke in gutem Zustand, und bot eine Eskorte an.
Gegen 22 Uhr erreichte die Salvamar Acrux das Boot und nahm die Migranten an Bord. Um 1.22 Uhr kamen sie am Samstag auf Lanzarote an.





