La Palma diskutiert über Proteste gegen steigende Mieten, neue Pläne für einen flexiblen Nahverkehr und internationale Hilfe nach den Erdbeben in Venezuela.
Protest in Los Llanos gegen Mieten und Ferienwohnungen
Rund 300 Menschen haben in Los Llanos de Aridane gegen die Wohnungsnot demonstriert. Die Teilnehmer zogen am Freitag von der Plaza de España durch die Innenstadt und kritisierten ein Wohnmodell, das aus ihrer Sicht Spekulation begünstigt. Sie verwiesen auf stark gestiegene Mieten nach dem Ausbruch des Vulkans Tajogaite und forderten politische Maßnahmen gegen weitere Preissteigerungen.
Die Demonstrierenden skandierten Parolen für das Recht auf Wohnen und gegen Ferienwohnungen. Vor dem Marsch hielten sie eine Schweigeminute für die Opfer der Erdbeben in Venezuela ab. Am Ende verlasen die Organisatoren ein Manifest für würdigen und bezahlbaren Wohnraum.
Cabildo plant nachfragebasierten Nahverkehr auf La Palma
Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez hat ein neues Mobilitätskonzept für La Palma skizziert. Er erklärte, seit seinem Amtsantritt daran zu arbeiten, Nachteile durch die zerklüftete Inselstruktur zu verringern – in enger Abstimmung mit der kanarischen Regierung unter Fernando Clavijo. Ziel sei es, dass der Wohnort die Chancen auf Arbeit, Bildung und medizinische Versorgung nicht länger einschränkt.
Rodríguez setzt auf ein flexibles, nachfragebasiertes Modell statt starrer Linien und Fahrpläne. Als zentrale Bausteine nannte er die Einbindung von Taxis, kleineren Fahrzeugen und angepassten Angeboten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Mobilität sei ein Beitrag zu territorialer Gerechtigkeit.
Erdbeben in Venezuela: IOM schätzt bis zu 6,8 Millionen Betroffene
Die Internationale Organisation für Migration hat nach den Erdbeben vom 24. Juni bis zu 6,8 Millionen Betroffene in Venezuela geschätzt. Die Zahlen beruhen auf Bevölkerungs- und Schadensanalysen sowie Satellitenbildern, mit denen besonders getroffene Gebiete identifiziert wurden. In Catia La Mar nördlich von Caracas seien demnach 31,5 Prozent der Gebäude beschädigt worden.
IOM-Direktorin Amy Pope betonte, die ersten Stunden nach einer Katastrophe seien entscheidend, und die Organisation habe ihre Reaktion verstärkt. Als dringende Bedarfe nannte sie Notunterkünfte, Wasser, sanitäre Einrichtungen, Gesundheitsversorgung und Schutz. Langfristige Unterstützung für Wiederaufbau und Lebensgrundlagen sei ebenfalls geplant.
Delcy Rodríguez kündigt weitere Rettungsteams an
Venezuelas amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez hat zusätzliche internationale Hilfe angekündigt. In den nächsten Stunden würden Rettungsteams aus zehn weiteren Ländern eintreffen, nachdem bereits Teams aus den USA, Mexiko, Kolumbien und anderen Staaten vor Ort gewesen seien. Zudem habe die Regierung mehr als 100 schwere Maschinen im Bundesstaat La Guaira für Rettungs- und Bergungsarbeiten eingesetzt.
Rodríguez berichtete, bis 1 Uhr morgens seien 60 Prozent der Stromversorgung in der Region La Guaira wiederhergestellt worden; bis zum nächsten Tag solle die Reparatur einer umgestürzten Stromleitung abgeschlossen sein. Die venezolanische Erdbebenstiftung Funvisis meldete bis Samstag 20 Nachbeben, der US Geological Survey registrierte ein Beben der Stärke 4,7 um 00.16 Uhr spanischer Zeit.
König Felipe VI. kondoliert Venezuela und sichert Unterstützung zu
König Felipe VI. hat den Erdbebenopfern in Venezuela kondoliert und Unterstützung zugesichert. Delcy Rodríguez dankte ihm und erklärte, der Monarch habe Mitgefühl für die Opfer sowie Rückhalt für betroffene Familien und die Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten bekundet. Die Beben hatten am Donnerstag den Norden des Landes erschüttert und 920 Tote sowie mehr als 3.300 Verletzte gefordert.
Felipe VI. erwähnte Venezuela am Freitag während seines offiziellen Besuchs in Mexiko bei einem Treffen mit der spanischen Gemeinschaft. In einer offiziellen Mitteilung übermittelte er im Namen der königlichen Familie, der Regierung und des spanischen Volkes sein tiefstes Beileid und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung.
PSOE Canarias bekräftigt Rückhalt für Pedro Sánchez
Ángel Víctor Torres hat die Unterstützung des PSOE Canarias für die Regierung von Pedro Sánchez bekräftigt. Der Generalsekretär der Sozialistischen Arbeiterpartei auf den Kanaren sprach am Samstag in Ferraz und verwies auf soziale und wirtschaftliche Ergebnisse seit 2018. Auf den Kanarischen Inseln seien heute rund 80.000 Menschen weniger arbeitslos als 2018 – trotz Bevölkerungswachstums.
Torres nannte das Ingreso Mínimo Vital, Rentenanpassungen, Investitionen in frühkindliche Bildung und mehr staatliche Mittel für das Pflegesystem. Diese Politik habe soziale Kohäsion und Chancengleichheit gestärkt. Der PSOE werde weiter für Wohlfahrtsstaat, Gleichheit und Solidarität eintreten.
Kanarischer Künstler Tomaso Hernández in Europas Top 100
Der kanarische Künstler Tomaso Hernández wurde in die Auswahl "100 Artists of Europe" aufgenommen. Die Publikation versammelt bedeutende europäische Positionen, deren Werke aktuelle Debatten der zeitgenössischen Kunst aufgreifen. Hernández wird dort zwischen Malerei, Land Art und landschaftlichen Interventionen verortet; seine Arbeit verbindet Territorium, Erinnerung und ökologisches Bewusstsein.
Hernández entwickelte unter anderem die Serie "Paisajes en Conserva", in der Landschaften in nicht existierenden Konservengläsern eingeschlossen erscheinen und nur ihre Schatten bleiben. Die Publikation "100 Artists of Europe" soll im Juli 2026 erscheinen. Hernández war zudem Finalist beim Certamen Internacional de Dibujo Gregorio Prieto.





