Die Coalición Canaria hat im Plenum des kanarischen Parlaments am Dienstag vor einem möglichen jährlichen Finanzierungsverlust von 2500 Millionen Euro für die Kanarischen Inseln gewarnt. Die Partei sieht die Ursache in einer geplanten Sonderfinanzierung für Katalonien und fordert zugleich nachhaltige Maßnahmen gegen die demografischen Herausforderungen des Archipels.
David Toledo, Präsident der nationalistischen Fraktion, erklärte, ein entsprechendes Abkommen der spanischen Regierung mit Katalonien würde für die Kanaren einen erheblichen Einschnitt bedeuten. „Jeder Canario würde mehr als 1100 Euro verlieren“, betonte Toledo. Nach seinen Angaben wären davon die Bereiche Gesundheit, Bildung, Infrastruktur sowie das wirtschaftliche und steuerliche Sonderregime der Inseln direkt betroffen.
Finanzierungskürzung bedroht Kanaren
Toledo kritisierte den kanarischen Sozialisten und Minister Ángel Víctor Torres, der das Abkommen mit Katalonien unterzeichnet habe. Er warf ihm „Hörigkeit und Verrat am kanarischen Volk“ vor. Der Fraktionsvorsitzende forderte den Präsidenten der Regionalregierung, Fernando Clavijo, auf, gemeinsam mit allen Parteien eine geschlossene Front zum Schutz der Interessen der Inseln zu bilden. „Die Kanaren müssen angesichts dieses neuen Übergriffs des Staates geeint handeln“, betonte Toledo.
Präsident Clavijo äußerte ebenfalls Sorge über das Schweigen der PSOE und sprach vom „größten Angriff auf die Gleichheit zwischen den Regionen“. Er kündigte an, Ende August ein Bündnis einzuberufen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.
Demografischer Wandel auf den Kanaren im Fokus
Die Abgeordnete Diana Lorenzo lenkte die Aufmerksamkeit auf die drängenden demografischen Herausforderungen der Kanaren. Sie erinnerte daran, dass erstmals drei Konferenzen der Präsidenten zu diesem Thema stattgefunden hätten, aus denen Arbeitsgruppen und eine parlamentarische Untersuchungskommission hervorgegangen seien.
Lorenzo hob hervor, dass nicht nur Ballungsräume, sondern auch ländliche Gebiete betroffen seien. Während Städte unter Überfüllung litten, kämpften Dörfer mit Abwanderung und Stillstand. „Wir stehen vor der größten Herausforderung der kanarischen Gesellschaft der letzten Jahre“, sagte Lorenzo. Sie forderte, nachhaltige und mutige Entscheidungen zu treffen, die die besonderen Bedingungen der Inseln berücksichtigen.
Versorgung von Pflegebedürftigen auf Teneriffa weiter im Fokus
Jana González Alonso, Abgeordnete der Coalición Canaria, sprach sich im Plenum für eine stärkere Unterstützung pflegebedürftiger Menschen auf den Kanaren aus. Sie wandte sich an die Sozialministerin Candelaria Delgado und erkundigte sich nach geplanten Maßnahmen im Zuge des neuen Dekrets zur Verwaltungsvereinfachung. Ziel sei es, die Wartezeiten zwischen Antragstellung und Leistungsbezug deutlich zu verkürzen.
González schilderte die schwierige Lage der Betroffenen und ihrer Familien. Trotz langer Bearbeitungszeiten erhielten viele nach Anerkennung ihres Anspruchs keine effiziente Versorgung. Die Abgeordnete kritisierte wiederholte Verspätungen, Terminprobleme und sogar Ausfälle bei den vereinbarten Leistungen.











