Der Inselrat von La Palma hat vom spanischen Staat die Rückführung der Flugsicherung in die öffentliche Hand gefordert. Hintergrund sind Berichte über eine Verschlechterung des Dienstes und Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Stabilität.
Am Dienstag wandte sich der Präsident des Cabildo, Sergio Rodríguez, nach einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern der Beschäftigten am Flughafen Villa de Mazo offiziell an das Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität. Die Arbeitnehmer hatten ihre Sorge über die Qualität des Flugsicherungsdienstes geäußert.
La Palma: Kritik an privater Flugsicherung
Die Forderung des Cabildo steht im Zusammenhang mit einer Warnung der Gewerkschaft der Fluglotsen (USCA). Diese hat die vorläufige Aussetzung der Zulassung des privaten Konzessionsunternehmens beantragt und auf schwerwiegende operative Mängel infolge finanzieller Schwierigkeiten hingewiesen. Nach Angaben der USCA könnten die Sicherheitsstandards insbesondere an den Flughäfen von La Palma, Lanzarote und Fuerteventura gefährdet sein.
Rodríguez erinnerte daran, dass das aktuelle Unternehmen vor Gericht eingeräumt hat, aus wirtschaftlichen Gründen nicht alle arbeitsrechtlichen Verpflichtungen erfüllen zu können. Das geht aus dem Urteil 96/2025 der Sozialkammer des Nationalen Gerichts hervor, das einen Vertragsbruch feststellt.
Öffentliche Kontrolle für Flugsicherung auf La Palma gefordert
„Es ist inakzeptabel, dass ein strategischer Dienst wie die Flugsicherung von der Bilanz eines privaten Unternehmens abhängt“, erklärte Rodríguez. Er betonte, dass der reibungslose Betrieb des Flughafens für das tägliche Leben, die wirtschaftliche Entwicklung und die Anbindung der Insel unverzichtbar sei.
Der Inselpräsident hält die von der USCA vorgeschlagene Übergangslösung mit ENAIRE für unzureichend und verlangt eine dauerhafte Rückführung in die öffentliche Verwaltung. „Die Kontrolle der Tower muss wieder ein öffentlicher, stabiler Dienst werden, der sich nicht am Markt orientiert“, sagte er.
La Palma betont Bedeutung für Tourismus und Sicherheit
Das Cabildo verbindet die Forderung mit den Zielen der touristischen Entwicklung und einer besseren Luftanbindung von La Palma. Rodríguez betonte: „Wir müssen diesen Dienst stärken, weil er strategisch und sicherheitsrelevant ist.“
Der Inselrat erinnerte daran, dass er und andere kanarische Institutionen sich bereits bei der Einführung gegen die Privatisierung ausgesprochen hatten. Nun appelliert das Cabildo an die spanische Regierung, die öffentliche Verantwortung und die Flugsicherheit zu gewährleisten. „Das Wohlergehen und die Stabilität einer Inselgesellschaft wie der unseren hängen maßgeblich von der Qualität der Luftanbindung ab. Jetzt ist es Zeit, verantwortungsvoll zu handeln“, so Rodríguez.


