Lanzarote verschärft die Auflagen für geförderte Veranstaltungen, geht gegen illegale Buggy-Touren vor und streitet über ein kaum genutztes Inklusionszentrum. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen auf der Insel.
Cabildo koppelt Event-Förderung an Lärmschutz und Sicherheit
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort hat neue Auflagen für Veranstaltungszuschüsse eingeführt. Er kündigte sie nach einem Treffen mit der Plattform gegen Lärm in Arrecife an – als Reaktion auf Beschwerden über Belästigungen durch Großevents.
Künftig müssen Antragsteller Sicherheits- und Selbstschutzpläne vorweisen und die Lärmschutzvorschriften einhalten. Betancort erklärte, die Inselverwaltung unterstütze weiterhin Feste, Kultur und Sport, bestehe aber auf Ruhe und Grundsicherheit für Anwohner. Vizepräsidentin María Jesús Tovar bot der Plattform eine Zusammenarbeit an.
Sanktionsverfahren gegen sechs Buggy-Fahrzeuge in Guatiza
Die Inselverwaltung hat ein Sanktionsverfahren gegen sechs Buggy-Fahrzeuge eingeleitet. Die Guardia Civil hatte gemeldet, dass Teilnehmer am 14. Januar im Barranco de Las Piletas in Guatiza erlaubte Wege verließen und durch ein geschütztes Gebiet fuhren.
Umweltbeauftragter Samuel Martín betonte, der Inselrat verfolge eine Null-Toleranz-Linie gegen naturgefährdende Aktivitäten. Ein technischer Bericht warnte vor Störungen geschützter Arten wie dem Kanarischen Turmfalken und dem stark gefährdeten Schmutzgeier. Die Behörde wies darauf hin, dass Karawanen mit mehr als drei Fahrzeugen außerhalb offizieller Routen verboten sind.
PSOE kritisiert ungenutztes Inklusionszentrum in Puerto del Carmen
Die sozialistische Fraktion im Cabildo hat das Centro Insular de Inclusión in Puerto del Carmen als weitgehend inaktiv kritisiert. Sprecherin Ariagona González erklärte, die Verwaltung zahle monatlich fast 20.000 Euro Miete inklusive kanarischer Mehrwertsteuer IGIC und Betriebskosten.
Seit Vertragsbeginn seien rund 300.000 Euro geflossen, ohne dass es eine kontinuierliche öffentliche Nutzung gegeben habe. González sprach von einem Managementversagen und warf der Regierungskoalition aus Coalición Canaria und Partido Popular vor, ohne klares Konzept angemietet zu haben. Im Plenum habe der zuständige Berater keine konkreten Erklärungen geliefert.
Centros de Arte, Cultura y Turismo: Wirtschaftliche Wirkung der RSC
Ángel Vázquez hat Ergebnisse zum wirtschaftlichen Einfluss der sozialen Verantwortung der Centros de Arte, Cultura y Turismo vorgestellt. Im vergangenen Jahr flossen 4,74 Millionen Euro in soziale, sportliche und kulturelle Initiativen auf Lanzarote und La Graciosa.
Die Studie bezifferte daraus 17,23 Millionen Euro Aktivität in der Produktionskette der Kanarischen Inseln, 9,15 Millionen Euro Bruttowertschöpfung und 223,31 Vollzeitstellen. Für 2026 kündigte Vázquez neue, transparentere Förderkriterien mit Projektobergrenzen an; 239 Initiativen sollen damit mit 2,1 Millionen Euro unterstützt werden. Eine zusätzliche Ausschreibung mit Restmitteln ab Januar 2027 ließ er prüfen.
Arrecife schreibt Sozialhilfesubventionen 2026 über 508.750 Euro aus
Die Stadtverwaltung von Arrecife hat die Ausschreibung für Sozialhilfesubventionen 2026 veröffentlicht. Ab dem 30. Juni konnten gemeinnützige Organisationen 20 Werktage lang bis zum 27. Juli Anträge elektronisch einreichen.
Insgesamt standen 508.750 Euro bereit, maximal 35.000 Euro pro Projekt und bis zu drei Projekte je Organisation. Sozialstadträtin Maite Corujo sagte, die Mittel sollten besonders verletzliche Gruppen unterstützen. Gefördert werden unter anderem Grundbedürfnisse, soziale Integration sowie Personal- und Verwaltungskosten – vergeben im Wettbewerbsverfahren.
CC greift PSOE in San Bartolomé wegen Wohnpolitik an
Die Coalición Canaria in San Bartolomé hat den PSOE von Bürgermeister Isidro Pérez kritisiert. Sprecher David Rocío erklärte, die Sozialisten hätten im außerordentlichen Stadtrat Initiativen der CC abgelehnt, die auf eine bessere Wohnraumversorgung zielten.
Rocío verwies auf schätzungsweise bis zu 1.500 leerstehende Wohnungen und forderte Instrumente wie eine kommunale Wohnungsbörse samt Anreizen. Er bemängelte zudem fehlende Fortschritte bei 40 Sozialwohnungen, weil die Stadt das nötige Land nicht an die Regierung der Kanarischen Inseln übergebe. Auch ein Regelwerk für Mobilfunkantennen habe der PSOE abgelehnt.
San Bartolomé startet Sommerkampagne zur Belebung des Handels
Der Stadtrat von San Bartolomé hat die Aktion "Verano Loco ¡Rebajas!" gestartet. Sie lief vom 29. Juni bis 2. August und sollte den lokalen Handel in der Rabattzeit stärken.
Kunden konnten bei einem Mindestkauf von zehn Euro in teilnehmenden Geschäften acht Einkaufsgutscheine zu je 100 Euro gewinnen, nach Registrierung auf sanbartolomecomercio.com. Bürgermeister Isidro Pérez bezeichnete den Handel als zentralen Wirtschaftsfaktor. Handelsstadträtin Alma González erklärte, die Kampagne solle Kundentreue belohnen und das Geschäftsnetz sichtbarer machen.
Femés eröffnet Patronatsfest zu Ehren von San Marcial de Rubicón
Julián Cáceres Hernández hat am Sonntag das Patronatsfest von San Marcial de Rubicón eröffnet. In der Kirche in Femés sprach er über Gemeinschaft und Tradition und wünschte sich, dass der Ort seine Essenz bewahre.
Yaizas Bürgermeister Óscar Noda würdigte Cáceres‘ Verbundenheit mit Femés, Festbeauftragter Daniel Medina lobte sein Engagement. Begleitet von Sohn Jonatan erinnerte Cáceres an Kindheitserlebnisse und nannte Persönlichkeiten wie Lehrerin Fefa Toledo und Radiomoderator Francisco José Navarro. Die Feiern dauerten bis zum 7. Juli, musikalisch begleitet unter anderem von der Gruppe Arife.
Copa Vela Latina del Sur: Tritón übernimmt Führung in Playa Blanca
Der Tritón hat am Sonntag die Führung in der Copa Vela Latina del Sur übernommen. Das Boot aus Playa Blanca lag nach zwei Rennen mit sechs Punkten gleichauf mit dem Playa Dorada, während der amtierende Meister Di Napoli einen Punkt zurücklag.
Bei 13 bis 16 Knoten Wind traten 14 Boote aus Lanzarote und Fuerteventura an. Der Tritón unter Leitung von Kevin Cabrera gewann das erste Rennen knapp, im zweiten siegte der Fayna. Nach einer Kollision musste der Jandía aufgeben. Die nächste Regatta findet am 5. Juli um 11.30 Uhr statt, das Finale ist für den 11. Juli angesetzt.
Kanarische Regierung erhöht Reisekostenzuschüsse für Studierende auf eine Million Euro
Die kanarische Regierung hat die Ausschreibung für Reisekostenzuschüsse 2025/2026 veröffentlicht und die Mittel auf 1.000.000 Euro erhöht. Zuständige Ministerin Migdalia Machín erklärte, die vorgezogene Ausschreibung und das Plus von 300.000 Euro sollten Studierende besser unterstützen.
Gefördert werden Studierende öffentlicher Universitäten, die außerhalb ihrer Heimatinsel studieren oder an Programmen wie SICUE oder ERASMUS+ teilnehmen. Die Zuschüsse liegen zwischen 120 und 240 Euro für interinsulare Reisen und bis zu 360 Euro für Studien im restlichen Spanien oder im Rahmen von ERASMUS+. Anträge müssen binnen eines Monats nach Amtsblatt-Veröffentlichung online eingereicht werden.





