Die Gemeinde Pájara hat den Bauauftrag zur Sanierung der Infrastruktur im Ort La Pared auf Fuerteventura vergeben. Bereits in den frühen 2000er Jahren zahlten Käufer für Grundstücke in La Pared zwischen 200 und 300 Euro pro Quadratmeter, obwohl die Erschließungsträger damals lediglich versprachen, Straßen und Gehwege zeitnah fertigzustellen. Über zwei Jahrzehnte blieb die Infrastruktur jedoch unvollständig, was sich in tiefen Schlaglöchern, unfertigen Gehwegen und fehlender Straßenbeleuchtung zeigte.
Die Verantwortung für diese Situation lag nicht allein bei den privaten Erschließungsträgern. Nachdem ein Gericht den Generalbebauungsplan der Gemeinde Pájara Anfang der 2000er Jahre für ungültig erklärt hatte, trat der Bebauungsplan von 1989 wieder in Kraft. Die Gemeinde benötigte rund 20 Jahre, um Teile eines neuen Plans zu erarbeiten.
Sanierung der Infrastruktur in La Pared auf Fuerteventura
Trotz der unvollständigen Infrastruktur erteilte die Gemeinde Baugenehmigungen, nahm Bauabnahmen vor und erhob Grundsteuern. Ein Gericht entschied 2014, dass die Gemeinde die Urbanisation übernommen hatte und somit für die Infrastruktur verantwortlich sei. Die Umsetzung dieser Verpflichtung verzögerte sich jedoch um mehr als 11 Jahre, bis das Gericht 2022 den Bürgermeister auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen hinwies.
Am Mittwoch hat die Gemeinde Pájara den Bauauftrag für die Infrastruktur von La Pared vergeben. Die Kosten belaufen sich auf fast fünf Millionen Euro und liegen damit deutlich über den ursprünglich geplanten knapp zwei Millionen Euro.
Fuerteventura: Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung
Mit dem Projekt will die Gemeinde die Lebensqualität der Einwohner steigern und die öffentlichen Dienstleistungen modernisieren. Alexis Alonso, erster stellvertretender Bürgermeister und Gemeinderat für Bauwesen, erklärte: „Die geplante Intervention wird das gesamte urbane Umfeld der Ortschaft La Pared verändern und langjährige Defizite bei grundlegenden Versorgungsleistungen beheben. Unser Ziel ist ein moderneres, barrierefreies Gemeindegebiet, das den Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung gerecht wird.“
Bürgermeister Alejandro Jorge betonte: „La Pared hat seit vielen Jahren auf eine solche Investition gewartet. Mit diesem Projekt erfüllen wir unsere institutionelle Verpflichtung, allen Ortsteilen der Gemeinde moderne, funktionale und sichere Infrastrukturen bereitzustellen.“
Umfassende Modernisierung für La Pared
Das Bauvorhaben, das bereits im Februar 2025 im Gemeinderat beschlossen wurde, sieht eine vollständige Neugestaltung des Ortskerns vor. Geplant sind unter anderem die Erneuerung und Verbreiterung der Gehwege, das Verlegen neuer Pflastersteine, die Modernisierung der Wasserversorgung, der Austausch alter Rohrleitungen, die Verbesserung des Stromnetzes, die Installation neuer Straßenlaternen sowie eine neue Asphaltschicht für alle Straßen.
Die Arbeiten sollen in mehreren Phasen ablaufen, um die Beeinträchtigungen für Anwohner und Besucher gering zu halten. Mit der Modernisierung strebt die Gemeinde nicht nur eine Verbesserung der Lebensqualität an, sondern auch eine Aufwertung des touristischen Images von La Pared. Der Ort ist besonders für seine Nähe zu den Surfstränden an der Westküste Fuerteventuras bekannt, litt aber bislang unter unzureichender Infrastruktur.


