Die spanische Regierung treibt ein neues Pumpspeicherprojekt auf den Kanaren voran. Sie beauftragte Red Eléctrica de España, in Güímar auf Teneriffa eine Anlage zu entwickeln, die nach dem Vorbild des noch im Bau befindlichen Chira-Kraftwerks auf Gran Canaria funktionieren soll. Das Vorhaben ist auf 200 bis 220 Megawatt Spitzenleistung und rund 16 Stunden Speicherkapazität ausgelegt.
Chira auf Gran Canaria als Referenz für neue Pumpspeicherpläne
Das Chira-Kraftwerk auf Gran Canaria dient als Blaupause für das geplante Projekt auf Teneriffa. Beide Anlagen basieren auf dem Prinzip des reversiblen Pumpspeichers: Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarfarmen wird genutzt, um Wasser in Reservoirs zu pumpen. Bei Bedarf wird das Wasser wieder freigegeben und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an. Damit ließe sich bis zu ein Drittel des Strombedarfs Teneriffas decken.
Mehr als eine Milliarde Euro Investition und erwartete Einsparungen
Staatssekretär Joan Groizard bezifferte das Investitionsvolumen auf einer Pressekonferenz mit mehr als einer Milliarde Euro. Das Projekt könne jährlich rund 200 Millionen Euro an Stromerzeugungskosten einsparen, sagte er. Die Amortisationszeit liege bei etwas mehr als fünf Jahren – bei einer langen Lebensdauer der Infrastruktur.
Weniger fossile Abhängigkeit durch Speicherung von Wind- und Solarstrom
Groizard betonte den energiepolitischen Nutzen der Anlage: Sie solle mehr erneuerbare Energien ins Netz integrieren und die Abhängigkeit von teuren fossilen Brennstoffen verringern. Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarfarmen werde als potenzielle Energie in Wasserreservoirs gespeichert und bei Bedarf zur Stromproduktion genutzt.
Genehmigungen, Umweltprüfung und Zeitplan bis Mitte des nächsten Jahrzehnts
Mit der Vereinbarung erhielt Red Eléctrica de España das Mandat, die Ingenieurarbeiten durchzuführen und das Projekt zur Umweltbewertung bei den kanarischen Behörden einzureichen. Groizard rechnet mit rund zehn Jahren für Genehmigung und Bau. Die Finanzierungsstruktur soll im Laufe des Jahres festgelegt werden. Teneriffa soll bis Mitte des nächsten Jahrzehnts über ein reversibles Pumpsystem verfügen; Gran Canaria soll kurz darauf folgen.


