Der Regierung der Kanarischen Inseln hat mit dem Programm Dinamiza Rural mehr als 100 Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft in ländlichen Gemeinden gestartet.
Das Projekt Dinamiza Rural ist Teil der strategischen Ausrichtung von IRLab (Islas Responsables Lab) und zielt darauf ab, die strukturellen Herausforderungen des Archipels zu bewältigen. Es soll der Entvölkerung und der sozioökonomischen Fragilität entgegenwirken, die viele Teile der Inseln betreffen.
Initiativen auf Teneriffa zur Stärkung ländlicher Gemeinden
Auf den Kanarischen Inseln gibt es 46 Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern, die unter Problemen wie Überalterung, Verlust grundlegender Dienstleistungen, geringer wirtschaftlicher Aktivität, digitaler Kluft und geografischer Isolation leiden. Seit Mai setzt Dinamiza Rural eine umfassende Dynamisierungsstrategie um, die bis Jahresende weiter ausgebaut wird.
Fernando Clavijo, der Präsident der Kanarischen Inseln, stellte IRLab als ein fortschrittliches Governance-Instrument vor, das auf wissenschaftlichem Wissen, Bürgerbeteiligung und öffentlicher Innovation basiert. Der Vizepräsident und Regierungssprecher Alfonso Cabello betonte, dass das Programm das Engagement der Regierung für eine ausgewogenere Entwicklung des Territoriums widerspiegelt. Es soll den ländlichen Raum als Chance und nicht als aufgegebenes Gebiet aufwerten.
Nachhaltige Entwicklung und Förderung des ländlichen Raums
Der Landwirtschaftsminister Narvay Quintero hob hervor, dass Dinamiza Rural, umgesetzt von der öffentlichen Gesellschaft GMR Canarias, den Primärsektor stärkt, den Konsum von regionalen Produkten fördert, den Generationenwechsel unterstützt und die Wirtschaft in den Dörfern diversifiziert.
Die Maßnahmen umfassen Ausbildung und Professionalisierung, Unterstützung von Unternehmertum, Aufwertung lokaler Produkte, Wiederherstellung von Gemeinschaftsräumen, Stärkung von Netzwerken, Workshops, touristische Routen, Agrar- und Lebensmittelmessen, kulturelle Aktivitäten, technische Beratung und Verbesserungen der digitalen Konnektivität. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, Gleichheit und gemeinschaftlicher Beteiligung.
Zu den innovativsten Vorschlägen gehört die Integration von Kultur mit landwirtschaftlichen und fischereilichen Aktivitäten sowie die Gastronomie auf Basis von regionalen Produkten als Entwicklungsmotor. Dadurch soll das landschaftliche und kulturelle Erbe als Quelle sozialer Kohäsion aufgewertet werden.
In Gemeinden wie Alajeró, Puntagorda oder Tejeda sind bereits erste Ergebnisse sichtbar. Pilotprojekte mobilisieren die Bevölkerung und schaffen neue Chancen im Primärsektor, der Gastronomie und für junge Unternehmer.
Am kommenden Montag und Dienstag wird das Kulturzentrum Guaires in Gáldar den ersten Kongress über demografische Herausforderungen ausrichten. Ziel ist es, kollektive Vereinbarungen und gemeinsame Antworten auf den Bevölkerungsverlust in ländlichen Gebieten zu finden. Eine Neuerung der Veranstaltung ist die Präsentation von Kurzfilmen, die die Herausforderungen und Chancen des ländlichen Raums auf den Kanaren aus audiovisueller Sicht darstellen.



