Die Transparenzkommission der Kanarischen Inseln hat im neuen Jahresbericht für 2024 mehr Bürgerbeschwerden und erstmals ein kollektives Bestehen für private, geförderte Organisationen festgestellt. Die Comisionada de Transparencia y Acceso a la Información Pública, María Noelia García Leal, präsentierte den Bericht am Montag im Parlament auf Teneriffa. Das Dokument bestätigt den anhaltenden Anstieg der Aktivitäten des Organs und verzeichnet erstmals ein kollektives Bestehen bei der Bewertung der Transparenz von privat geförderten Einrichtungen.
Der Bericht zeigt, dass die Bürgerbeschwerden zum Recht auf Informationszugang im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zehn Prozent gestiegen sind und insgesamt 773 Fälle erreichten. Davon wurden 88 Prozent zur Bearbeitung angenommen, 90 Prozent der betroffenen Einrichtungen erfüllten die Forderungen. Nach Angaben der Comisionada stärkt dies das Recht auf Zugang als wirksames Instrument demokratischer Kontrolle.
Transparenzbericht 2024 auf Teneriffa: Rekordwerte bei Beteiligung
In ihrer Rede betonte García Leal, dass die institutionelle Unabhängigkeit weiterhin ein zentrales Element der Arbeit des Kommissariats bleibt. „Nur aus einer Position frei von politischem Druck oder Eigeninteressen können wir das Recht der Bürger auf Wissen, Teilhabe und Kontrolle garantieren“, sagte sie.
Im aktuellen Bericht wurden 382 von 404 öffentlichen Einrichtungen bewertet, was einer Beteiligung von 94,55 Prozent entspricht. Die durchschnittliche Bewertung lag bei 8,00 Punkten. Im privaten Bereich analysierte die Kommission 756 subventionierte Organisationen, die öffentliche Mittel in Höhe von 985 Millionen Euro erhielten. Erstmals erreichten diese Einrichtungen einen Durchschnittswert von 6,15 Punkten und damit ein kollektives Bestehen.
Mehr Bürgerbeschwerden gegen Gemeinden auf den Kanaren
García Leal wies darauf hin, dass weiterhin viele verpflichtete Organisationen ihre Selbsteinschätzung noch nicht eingereicht haben. „Wir werden ihnen dabei helfen“, kündigte sie an.
Die meisten Beschwerden entfielen auf Gemeinden mit 469 Fällen, gefolgt von autonomen Einrichtungen mit 183 und den Cabildos mit 109. Besonders häufig forderten Bürger Informationen zu öffentlicher Beschäftigung, Raumordnung und Verwaltungsdienstleistungen. Zu den Organisationen mit den meisten Beschwerden zählen die Stadtverwaltung von Fuencaliente, der Kanarische Gesundheitsdienst, das Präsidialministerium und das Cabildo von Gran Canaria.
Transparenz-Kommission setzt auf mehr Bürgernähe und neue Strategie
Der Bericht hebt zudem die gestiegene Öffentlichkeitsarbeit des Organs hervor. Im Jahr 2024 verdreifachte sich die Zahl der Veranstaltungen, Seminare und Tutorials im Vergleich zu den Vorjahren. Die direkte Bürgerbetreuung über Telefon und digitale Kanäle stieg um mehr als 80 Prozent. Zudem wurden so viele Inhalte wie nie zuvor auf dem institutionellen Webportal veröffentlicht.
Während der Sitzung kündigte García Leal an, dass bereits an einem neuen Strategischen Plan für 2025 bis 2029 gearbeitet wird. Dieser soll die mittelfristigen Prioritäten festlegen und im parlamentarischen Ausschuss diskutiert werden. „Unser Ziel ist, dass Transparenz nicht nur gesetzliche Pflicht bleibt, sondern zur gängigen Praxis für Regierungsführung und Rechenschaft wird“, erklärte sie abschließend.
Der vollständige Bericht ist auf dem offiziellen Portal der Transparenzkommission der Kanarischen Inseln unter transparenciacanarias.org/informes abrufbar.

