Verschiedene Organisationen auf La Palma haben die Initiative der Asociación Tierra Bonita unterstützt, einen verwaltungsrechtlichen Einspruch beim Obersten Gerichtshof der Kanarischen Inseln (TSJC) einzulegen. Ziel ist es, die Protokolle und Aufzeichnungen der Sitzungen der wissenschaftlichen und leitenden Ausschüsse des Kanarischen Notfallplans für Vulkanausbrüche (PEVOLCA) vor dem Ausbruch 2021 öffentlich zugänglich zu machen.
In einer gemeinsamen Erklärung bekundeten die Plattform der Betroffenen des Ausbruchs von Cumbre Vieja 2021, die Bürgerinitiative zur Unterstützung der vom Vulkan Betroffenen, die Nachbarschaftsvereinigungen von La Laguna und Las Manchas, die Vereinigung Wasser für La Palma, die Plattform für einen fairen und authentischen Bananenpreis sowie die Tierschutzeinheit (UPA-La Palma) ihre Unterstützung für Tierra Bonita.
La Palma: Forderung nach Transparenz bei Vulkanaufzeichnungen
Diese Gruppen unterstützen den Rechtsstreit, um zwei wesentliche Fragen zu klären: Erstens, warum die Bevölkerung nicht offiziell darüber informiert wurde, dass sich die Hochrisikozone geändert hatte. An jenem fatalen Wochenende im September 2021 bewegte sich das Magma in den Norden des Valle de Aridane und gefährdete Stadtteile und Dörfer, deren Bewohner nicht zu Informationsveranstaltungen des PEVOLCA eingeladen wurden.
Zweitens, warum der Notfallstatus nicht auf die Stufe Orange erhöht und eine präventive Evakuierung angeordnet wurde, obwohl wissenschaftliche Beweise auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuteten. Diese Entscheidungen, so erklären sie, verschlimmerten den Verlust von Habseligkeiten und persönlichen Gegenständen, den Tod von Haustieren und Nutztieren sowie das psychologische Leid der betroffenen Bevölkerung.
Forderung nach Transparenz und Rechenschaftspflicht
Die sechs Gruppen kritisieren, dass die zuständigen Institutionen fast vier Jahre nach Beginn des Ausbruchs nicht transparent auf diese legitime Forderung reagiert haben. „Diese Informationslücke hat zu Rechtsunsicherheit geführt und stellt unserer Meinung nach eine Verletzung von Rechten dar“, beklagen sie.
Sie hoffen, dass die von Tierra Bonita eingeleitete Klage Erfolg haben wird und die Justiz ein Urteil fällt, das ihnen Zugang zu den bisher verweigerten Informationen über kritische Entscheidungen der Verantwortlichen der Notlage gewährt, „noch immer ohne überzeugende Erklärungen“.
„Es ist Zeit für Transparenz“, erklären diese Organisationen und Plattformen und bedauern, dass der Rechtsweg beschritten werden musste, um Protokolle und Aufzeichnungen von offensichtlichem öffentlichem Interesse zu erhalten. Diese Dokumentation sei unerlässlich, um die Wahrheit zu erfahren und sicherzustellen, dass Ereignisse wie die auf La Palma in Zukunft weder dort noch auf irgendeiner anderen Insel wiederholt werden, da wir in einem vulkanisch aktiven Gebiet leben, in dem es weiterhin zu Ausbrüchen kommen wird.


