Der Stromausfall auf La Gomera im August 2023 hat eine Reihe von Entscheidungen der Regierung der Kanarischen Inseln ausgelöst, die ein veraltetes Energiemodell zementieren. Die Regierung erklärte daraufhin den Energienotstand und schrieb ein Schnellverfahren für neue Reservekraftwerke auf Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura aus. Zwei Jahre später veröffentlichte sie die Pläne für acht Anlagen, die zwar als temporäre Lösungen bei Stromausfällen dienen sollen, jedoch auf den Einsatz von Diesel oder Propan setzen. Diese fossilen Brennstoffe gelten als klimaschädlich und umstritten.
Besorgniserregend ist zudem die Nähe einiger Standorte zu Wohngebieten. So lehnten Anwohner die geplanten Kraftwerke in Tigaiga in Los Realejos auf Teneriffa und Salinetas in Telde auf Gran Canaria ab. Sie äußerten nachvollziehbare Sorgen um Gesundheit und Sicherheit.
Stromversorgung auf Teneriffa bleibt von fossilen Energien abhängig
Mit dem Inkrafttreten des spanischen Königlichen Dekrets 7/2025, dem sogenannten „Dekret gegen Stromausfälle“, hat sich die Gesetzeslage grundlegend verändert. Das Dekret stellt die Batteriespeicherung als zentrales Element für Stabilität und Flexibilität des Stromsystems in den Vordergrund. Es reagiert damit auf die drängenden Herausforderungen des Klimawandels und der technologischen Entwicklung und markiert einen Wendepunkt für Regionen wie die Kanaren, die weiterhin auf fossile Reservekraftwerke setzen.
Das Dekret eröffnet die Möglichkeit, Batteriespeicher als Alternative zu fossilen Brennstoffen einzusetzen. Batterien können nicht nur kurzfristig auf Störungen reagieren, sondern auch erneuerbare Energieüberschüsse speichern, die Netzfrequenz stabilisieren und den Betrieb von Reservekraftwerken reduzieren.
Neue Gesetzgebung hätte Energiewende auf den Kanaren beschleunigen können
Dieser strukturelle Wandel hätte die Energiekrise auf den Kanaren lösen können. Die Regionalregierung begrüßte das Dekret und kündigte nach den Stromausfällen auf La Palma an, auf Batteriespeicher zu setzen, um künftige Ausfälle zu vermeiden. Nach Ansicht der PSOE wäre dies eine sichere, saubere und praktikable Lösung für alle Inseln gewesen. Sie hätte zudem Konflikte um Standorte fossiler Anlagen in Wohngebieten wie Los Realejos oder Salinetas entschärft.
Das Dekret bot die Chance, auf den Kanaren ein modernes, nachhaltiges und autonomes Energiesystem zu etablieren und sich von fossilen Abhängigkeiten zu lösen. Doch diese Perspektive blieb ungenutzt.
Politische Blockade verhindert Fortschritt bei der Energieversorgung
Mit dem Ziel, die spanische Regierung unter Druck zu setzen, stimmten sowohl die Partido Popular (PP) als auch Podemos gegen die Bestätigung des Dekrets. Damit schadeten sie nach Ansicht der PSOE den Kanarischen Inseln. Während dieses Verhalten bei der PP nicht überrascht, sei es bei Podemos, die sich als ökologische Partei versteht, unerwartet.
Ohne die Bestätigung des Dekrets bleibt die Energiewende auf den Kanaren aus. Die Inseln sind weiterhin auf ein überholtes System angewiesen und verlieren die Chance, Lebensqualität und Umweltschutz zu verbessern, Arbeitsplätze zu schaffen und eine Vorreiterrolle bei nachhaltiger Energie einzunehmen. Politische Auseinandersetzungen stehen damit erneut über dem Wohl der Bevölkerung.









