Francisco Freire hat am Dienstag die Europäische Union sowie Guinea-Bissau und Mauretanien wegen der deutlich gesunkenen Fangmengen vor der afrikanischen Küste kritisiert. Der Präsident der Organisation der Fischereiproduzenten (OPP) ANACEF warnte auf einer Veranstaltung in Las Palmas de Gran Canaria vor unfairem Wettbewerb durch Länder wie China und die Türkei. Freire erklärte, dass die europäischen Fangflotten in den afrikanischen Gewässern Jahr für Jahr eine erhebliche Reduzierung der Fänge verzeichnen.
Er betonte, dass diese Entwicklung nicht auf die vergleichsweise geringe Präsenz europäischer Schiffe zurückzuführen sei, da deren Zahl sehr begrenzt sei. Vielmehr forderte Freire die EU und die Partnerländer auf, bei bestehenden Fischereiabkommen der EU Vorrang für nachhaltige Aktivitäten einzuräumen und den Verkauf von Fangrechten an Drittstaaten, die sich unfair verhielten, zu unterlassen.
Fischereiabkommen und Herausforderungen vor Mauretanien
Freire erläuterte, dass Fangmöglichkeiten zunehmend an Flotten aus China, der gesamten afrikanischen Küste, der Türkei, Algerien und an Schiffe unter fragwürdigen Flaggen vergeben würden. Die OPP ANACEF verfüge aktuell über 19 Schiffe, von denen ein erheblicher Teil im südwestlichen Atlantik außerhalb der 200-Meilen-Zone Argentiniens fische. Einige Schiffe seien zudem mit speziellen Genehmigungen in den Gewässern der Falklandinseln im Einsatz.
Weitere Schiffe arbeiteten im Rahmen der Fischereiabkommen der EU mit Drittstaaten, insbesondere in den Fanggebieten von Mauretanien und Guinea-Bissau. Im privaten Bereich seien zudem zwei Schiffe mit einer Vereinbarung in Angola für die Krabbenfischerei tätig. Für dieses Jahr rechnete Freire mit einer Produktion von etwa 40.000 bis 45.000 Tonnen, da mehrere Schiffe neu zur OPP ANACEF gestoßen seien.
Fischereipolitik der EU und Situation im Senegal
Mit Blick auf Mauretanien sprach Freire von Licht und Schatten. Zwar verfüge die Flotte über eine Genehmigung zum Fang von Seehecht und anderen Zielarten wie Tintenfisch und Sepia, doch in den für ANACEF zugänglichen Fanggebieten dürften bestimmte Arten nicht gefangen werden, obwohl die EU für diese Fangmöglichkeiten zahle. Daher sei eine Neubewertung beschlossen worden. Im wissenschaftlichen Ausschuss Ende Juni sei eine Evaluierungskampagne der Ressourcen vereinbart worden, da im Dezember die Neuverhandlung des 2026 auslaufenden Abkommens anstehe.
Zum Senegal erklärte Freire, dass das Fischereiabkommen mit der EU nicht erneuert werden konnte, da das Land von der EU als nicht ausreichend im Kampf gegen illegale, nicht gemeldete und nicht regulierte Fischerei eingestuft wurde und deshalb eine gelbe Karte erhalten habe. Solange diese Situation andauere, habe die EU kein Mandat, ein neues Abkommen zu verhandeln. Die europäische Flotte fische daher seit etwa acht Monaten nicht mehr vor Senegal.
Nachhaltigkeit und wissenschaftliche Begleitung in der Fischerei
Freire hob hervor, dass die Fischerei seiner Organisation unter allen Nachhaltigkeitsparametern erfolge. Die Beteiligung von Wissenschaftlern aus den Fanggebieten an den Fachveranstaltungen in Casa África sei daher besonders wichtig. So seien Experten des CSIC und EO sowie Wissenschaftler aus Kooperationsländern wie Mauretanien und Guinea-Bissau beteiligt.
Ramón de la Figuera, Generaldirektor für nachhaltige Fischerei im spanischen Landwirtschaftsministerium, betonte die Bedeutung biologischen Wissens für die Fischerei in nationalen und internationalen Gewässern. Er lobte die Verantwortung der Flotten, die nicht nur fischten, sondern auch Wissenschaftler an Bord hätten und soziale sowie ökologische Verantwortung übernähmen.
Ressourcenschutz und internationale Zusammenarbeit
De la Figuera erklärte, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen vorschrieben, nur Überschüsse in den Fanggebieten von Mauretanien und Guinea-Bissau zu nutzen, um eine nachhaltige Nutzung der Bestände zu gewährleisten. Dort seien sowohl Krabben- als auch Grundfischereifahrzeuge im Einsatz. Die Grundfischerei entwickle sich laut Branchenangaben jedoch nicht wie erhofft, weshalb die Wissenschaft die Situation bewerten und nachhaltige Nutzung sicherstellen solle.
Abschließend betonte Mario Musante, Fischereiminister von Guinea-Bissau, dass das Bewusstsein für die Endlichkeit der Ressourcen entscheidend sei. Er forderte verstärkte gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen illegale Fischerei.











