Guillermo Mariscal hat im spanischen Parlament eine Gesetzesinitiative zur Sicherung von Investitionen in das Energiesystem der Kanarischen Inseln angekündigt. Der energiepolitische Sprecher der Partido Popular (PP) und Abgeordnete für Las Palmas erklärte am Dienstag, das Vorhaben solle in Abstimmung mit den autonomen Regionen erfolgen und gezielt die Bedürfnisse der Inseln und des Landes berücksichtigen.
Mariscal äußerte sich nach der Abstimmung über das neue Energiegesetz, das trotz einzelner Regelungen für den Archipel keine ausreichenden Garantien für die Versorgungssicherheit biete. Er kritisierte, dass das Gesetz keine verantwortungsvollen Lösungen für die aktuellen Probleme des Energiesystems enthalte.
Energierecht auf den Kanaren im Fokus
Der Abgeordnete warf der Regierung vor, mit dem Gesetz die Folgen ihrer mangelhaften Planung auf Bürger und Unternehmen abzuwälzen. „Das Dekret enthält keine Selbstkritik und keine Verantwortung für den jüngsten Stromausfall“, sagte Mariscal. Er betonte, das verabschiedete Modell führe zu erheblichen Mehrkosten für die Bevölkerung.
Mariscal machte zudem das Scheitern des sogenannten Anti-Blackout-Gesetzes vor allem an fehlender Unterstützung der Regierungspartner fest. Er kritisierte die Praxis, in jedem Gesetzespaket zahlreiche unterschiedliche Regelungen zu bündeln.
PP will gezielte Maßnahmen für die Kanarischen Inseln
Der Sprecher der PP kündigte an, seine Fraktion werde eine eigene Gesetzesinitiative mit einem klaren Fokus auf die Kanaren einbringen. Ziel sei es, wichtige Maßnahmen für die Versorgungssicherheit der Inseln zu bündeln.
Mariscal bekräftigte das Engagement seiner Partei für einen Ausbau des Stromnetzes auf den Kanaren. Er forderte dabei jedoch eine vorausschauende Planung und einen breiten politischen Konsens. Der Abgeordnete erinnerte daran, dass die Regierung mehrere Zusatzanträge zur Versorgungssicherheit auf den Inseln abgelehnt habe, obwohl diese technisch notwendig und dringend gewesen seien.
Stromversorgung auf den Kanaren bleibt angespannt
Die abgelehnten Vorschläge zielten laut Mariscal darauf ab, die Stromversorgung in den isolierten Netzen der nicht-festländischen Gebiete, insbesondere auf den Kanaren, zu stärken. Dort gilt aktuell der Ausnahmezustand wegen einer angespannten Versorgungslage.
„Mitten in einer Energiekrise und angesichts von Warnungen des Netzbetreibers ist es unverständlich, dass die Regierung eine Aktualisierung der Vorschriften ablehnt“, sagte Mariscal. Er kritisierte, dass das Gesetz keine Regelungen zum Stromspeicher als operative Reserve vorsehe.
Mariscal betonte, dass Energiespeicher in Notlagen für Versorgungssicherheit und Netzstabilität sorgen könnten. Ihre Nichtberücksichtigung stelle ein technisches und politisches Risiko für die Kanaren dar.
Ein weiterer abgelehnter Antrag hätte es dem Netzbetreiber in Ausnahmesituationen ermöglicht, gemeinsam mit den betroffenen Regionen besondere Kriterien zum Schutz der Stromversorgung anzuwenden. „Wir haben eine rechtliche Grundlage vorgeschlagen, damit der Betreiber bei kritischen Lagen frühzeitig handeln kann“, so Mariscal. Die Ablehnung zeige einen Mangel an Engagement für die Versorgungssicherheit der Kanaren.
Die PP kündigte an, beide Vorschläge in die geplante Gesetzesinitiative aufzunehmen. Damit solle die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Stromsystems auf den Kanaren und in ganz Spanien gestärkt werden. „Wir werden weiterhin verantwortungsvoll handeln. Die Versorgungssicherheit der Kanaren darf nicht von kurzfristigen politischen Entscheidungen abhängen“, sagte Mariscal abschließend.






