Der sozialistische Fraktion im Cabildo von Lanzarote hat am Donnerstag die geplante Abstimmung über den Antrag des Partido Popular, den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez zur unerwünschten Person zu erklären, gestoppt. Die Initiative sollte ursprünglich im nächsten Plenum behandelt werden, wurde jedoch nach einer kurzfristig einberufenen Sprecherrunde am Morgen zurückgezogen.
Der PSOE hatte zuvor ein Schreiben an die Präsidentschaft und das Sekretariat des Plenums eingereicht. Darin verwies die Partei auf ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs vom 23. Februar 2004, das klarstellt, dass lokale Verwaltungen für derartige Erklärungen nicht zuständig sind und entsprechende Beschlüsse rechtlich unwirksam wären.
Motionsrückzug im Cabildo von Lanzarote
„Die Justiz hat eindeutig gesprochen: Cabildos und Rathäuser dürfen Institutionen nicht für ideologische Fehden missbrauchen. Heute haben wir einen juristischen Irrweg und einen institutionellen Angriff auf den Regierungschef verhindert“, erklärte die sozialistische Sprecherin Ariagona González.
Im Schreiben der Sozialisten wird betont, dass das Urteil solche Erklärungen nicht als bloße politische Meinungsäußerungen ohne rechtliche Bedeutung wertet, sondern als Verwaltungsakte, für die es keine gesetzliche Grundlage gibt. Weder das Gesetz über die Grundlagen der lokalen Selbstverwaltung noch andere Normen räumen den Kommunalorganen diese Befugnis ein.
Rechtliche Grundlage fehlt für politische Anträge
Aufgrund des Drucks des PSOE und mit Unterstützung der Fraktionen Grupo Mixto und Coalición Canaria wurde der Antrag noch vor der Debatte zurückgezogen. „Wir haben entschlossen und verantwortungsbewusst gehandelt, denn es ging nicht nur um einen absurden Antrag, sondern um die Wahrung von Rechtsstaat und Demokratie“, betonte González.
Nach Ansicht des PSOE zeige der Vorstoß des Partido Popular nicht nur einen parteipolitischen Missbrauch öffentlicher Institutionen, sondern auch eine weitere Radikalisierung der politischen Rechten. González erklärte: „Sie wollten das Cabildo von Lanzarote zur Bühne für Propaganda gegen die spanische Regierung machen. Das haben wir verhindert und werden es auch künftig nicht zulassen.“





