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    Lanzarote Nachrichten 23. Juli 20253 Min. Lesedauer

    Oberstes Gericht bestätigt Untersuchungshaft für Santos Cerdán im Fall Koldo

    Lanzarote Nachrichten PH 9
    Lanzarote aus der Luft. Foto: Archivbild

    Das spanische Oberste Gericht hat die Untersuchungshaft für den ehemaligen Organisationssekretär der PSOE, Santos Cerdán, bestätigt. Die Richter sehen einen erheblichen Verdacht auf eine leitende Rolle Cerdáns in der mutmaßlichen Korruptionsaffäre um öffentliche Auftragsvergaben im Rahmen des sogenannten ‚Fall Koldo‘.

    Nach Angaben des Gerichts besteht weiterhin das Risiko, dass Cerdán Beweise vernichten oder manipulieren, Zeugen beeinflussen oder mögliche versteckte Gelder bewegen könnte. Die Entscheidung der Berufungskammer vom Montag wies den Einspruch des Ex-Politikers gegen die Anordnung des Ermittlungsrichters vom Sonntag zurück, der die Untersuchungshaft ohne Kaution wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Bestechung und Einflussnahme angeordnet hatte.

    Untersuchungshaft für Santos Cerdán im Fall Koldo bestätigt

    Die Verteidigung argumentierte am Dienstag, Cerdán sei Opfer einer „Vermutung der Unanständigkeit“ und es bestehe kein Risiko mehr für die Beweisführung. Das Gericht folgte jedoch der Einschätzung des Ermittlungsrichters Leopoldo Puente, wonach von Cerdán weiterhin eine erhebliche Gefahr für die Ermittlungen ausgehe.

    Die Richter begründeten dies mit Cerdáns „leitender und kontrollierender Rolle“ innerhalb der mutmaßlichen kriminellen Struktur. Zu den weiteren Beschuldigten zählen der ehemalige Verkehrsminister José Luis Ábalos, dessen Ex-Berater Koldo García sowie mehrere Unternehmer.

    Mutmaßliche Zahlungen und verdeckte Strukturen im Fokus

    Aus abgehörten Gesprächen gehe hervor, dass Cerdán die Vergabe bestimmter Aufträge an Unternehmen überwachte und die illegalen Provisionen an Ábalos und Koldo zahlte. Die Richter sprechen von „heimlich verteilten, beträchtlichen und nicht gerechtfertigten Summen“.

    Weiter heißt es, Cerdán habe sich nur dann in ministerielle Angelegenheiten eingemischt, wenn es um die illegale Abschöpfung von Geldern ging. Er habe Informationen über Unternehmen gesammelt, die sich zur Zahlung von Schmiergeldern verpflichtet hätten, und die verdeckten Zahlungswege koordiniert.

    Richter sehen weiterhin erhebliches Risiko für Ermittlungen

    Die Ermittlungen hätten bislang nicht alle begünstigten Firmen, deren Vertreter oder die genauen Zahlungswege aufgedeckt. Auch sei unklar, ob noch Vermögenswerte aus der mutmaßlichen Straftat existieren. Die Richter verwiesen auf die Summe von 537.271.005 Euro, die allein an Acciona für öffentliche Aufträge gezahlt worden sei, und auf einen nachgewiesenen Geldfluss von rund einer Million Euro.

    Nach Ansicht des Gerichts besteht weiterhin die Gefahr, dass Cerdán mit anderen Beschuldigten Absprachen trifft, Beweise vernichtet oder manipuliert und Gelder verschiebt. Die Richter betonten, Cerdán kenne die Hintergründe und Zahlungswege und wisse, wo nicht verteilte Gelder verblieben sein könnten.

    Gericht weist Vorwurf der Ungleichbehandlung zurück

    Im Unterschied zu anderen Beschuldigten wie Ábalos und Koldo, die unter Auflagen auf freiem Fuß sind, sehen die Richter bei Cerdán ein deutlich höheres Risiko. Den Vorwurf der Diskriminierung wiesen sie zurück und begründeten die ungleiche Behandlung mit den unterschiedlichen Umständen.

    Zu den belastenden Beweisen zählen die von Koldo aufgezeichneten Gespräche, deren Echtheit das Gericht bestätigte. Cerdán habe die Existenz der Gespräche nicht bestritten, sondern lediglich deren Kontext in Frage gestellt.

    Die Richter verwiesen zudem auf die Vergabe öffentlicher Aufträge an Acciona und andere Unternehmen während Ábalos‘ Amtszeit, die von „subjektiven und verfälschten Bewertungskriterien“ profitiert hätten. Auch ein privater Vertrag, der Cerdán zum 45-prozentigen Eigentümer der Firma Servinabar gemacht hätte, wird als weiteres Indiz gewertet.

    Die Kammer wies Cerdáns Erklärungen zu seinen politischen Motiven und dem Vertragsabschluss zurück. Die Richter sahen darin keinen ausreichenden Grund, die Untersuchungshaft aufzuheben.

    Politik
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