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    Lanzarote Nachrichten 26. Juli 20254 Min. Lesedauer

    PP fordert Rücktritt von Strafvollzugschef Ortiz im Fall Koldo – Gamarra erhebt schwere Vorwürfe

    Lanzarote Nachrichten PH 4
    Die Küste von Lanzarote. Foto: Archivbild

    Cuca Gamarra hat am Donnerstag den sofortigen Rücktritt des Leiters der spanischen Strafvollzugsbehörde, Ángel Luis Ortiz González, gefordert. Die stellvertretende Generalsekretärin für institutionelle Erneuerung der Partido Popular (PP) wirft ihm vor, die Herausgabe von Besuchsprotokollen zum inhaftierten ehemaligen PSOE-Organisationssekretär Santos Cerdán zu verweigern und damit Ermittlungen zu behindern. Gamarra kündigte zudem an, Ortiz González vor den Untersuchungsausschuss des Senats zum sogenannten ‚Fall Koldo‘ zu laden.

    Gamarra erklärte in einem Interview mit Europa Press: „Wir erleben, wie die Arbeit der Justiz und die Ermittlungen direkt von der Regierung durch den Generalsekretär der Strafvollzugsbehörde behindert werden.“ Sie verwies auf die enge Verbindung zwischen Ortiz González und Cerdán.

    Untersuchung zum Fall Koldo auf Teneriffa

    Nach Angaben der PP-Politikerin hatte die Guardia Civil (UCO) Informationen zu Cerdáns Kontakten im Gefängnis angefordert. Sie kritisierte, dass diese Informationen nicht mehr bereitgestellt würden. Gamarra betonte: „Es ist bemerkenswert, dass die gleiche Person, die in Tonaufnahmen mit Cerdán über die Verlegung von Terroristen sprach – also über die Nutzung der Gefängnispolitik zugunsten von Pedro Sánchez im Austausch für die Stimmen von Bildu –, nun die Herausgabe von Informationen an die UCO verweigert.“

    Gamarra sieht darin den Beleg, dass „die kriminelle Organisation, die in Soto del Real einsitzt, weiterhin aktiv ist“. Sie sagte: „Derjenige, der mit Cerdán über die Verlegung von wegen Terrorismus verurteilten Häftlingen sprach, ist derselbe, der dem Richter mitteilt, die von der UCO angeforderten Informationen nicht zu liefern.“

    Streit um Besuchslisten im Gefängnis

    Die PP-Politikerin bekräftigte, dass „das Netzwerk weiterhin funktioniert“. Sie forderte erneut die Absetzung von Ortiz González und kündigte seine Vorladung in den Senat an. Gamarra betonte, es sei wichtig, die Kontakte von Cerdán im Gefängnis zu kennen, da dieser wegen der Leitung einer „kriminellen Organisation, die öffentliche Aufträge gegen Bestechungsgelder manipulierte“, inhaftiert sei.

    Gamarra warf Cerdán zudem vor, nicht nur öffentliche Aufträge, sondern auch politische Absprachen manipuliert zu haben, um die Misstrauensvoten und die Amtseinführung von Pedro Sánchez zu sichern – unter anderem durch Abkommen mit Bildu im Austausch für die Verlegung von verurteilten Terroristen. Sie sieht darin eine missbräuchliche Nutzung der Gefängnispolitik zu eigenen Zwecken.

    Reaktionen auf Ermittlungen und politische Verantwortung

    Am Mittwoch hatte die Guardia Civil die Strafvollzugsbehörde gebeten, im Interesse der Ermittlungen vorab über Besuche bei Cerdán im Gefängnis informiert zu werden. Am Dienstag teilte die Behörde dem Ermittlungsrichter im Fall Koldo, Leopoldo Puente, mit, dass der Antrag bearbeitet werde, sofern das Gericht nichts anderes anordne.

    Die Verteidigung von Cerdán, der seit Sonntag in Haft ist, sprach von einem „schweren Eingriff“ in seine Rechte. Die Strafvollzugsbehörde stellte die Informationsweitergabe an die UCO schließlich ein, nachdem der Oberste Gerichtshof sie an die Einhaltung der Vorschriften erinnerte.

    Vorwürfe gegen Regierung und Ministerium

    Gamarra warf Ministerpräsident Pedro Sánchez vor, von Korruption umgeben zu sein. Sie hob hervor, dass die PP konsequent gegen Korruption vorgehe und Ermittlungen unterstütze, während die Sozialisten durch mangelnde Kooperation und Behinderung der Justiz auffielen. Zudem kritisierte sie Angriffe auf Journalisten, Richter und Sicherheitskräfte.

    Nachdem Sánchez diese Woche in Montevideo erklärt hatte, die „systematische Korruption“ sei mit dem Misstrauensvotum 2018 beendet worden, entgegnete Gamarra, Sánchez leide offenbar unter „Jetlag“ und vergesse die Realität: Cerdán sitze in Haft, Ábalos dürfe Spanien nicht verlassen. Sie betonte, die aktuellen Enthüllungen zeigten, dass es sich nicht nur um Einzelfälle handle.

    Gamarra erklärte, der Untersuchungsausschuss des Senats zur Causa Koldo müsse sich auch mit Sánchez befassen, da dieser als Regierungschef die Verantwortung trage. Sie verwies auf den sogenannten „Peugeot-Clan“, der Sánchez zur Parteiführung verholfen habe, und forderte, dass der Ministerpräsident politische und gegebenenfalls rechtliche Konsequenzen ziehen müsse.

    Im neuen politischen Jahr will die PP laut Gamarra den Kampf gegen Korruption zum Schwerpunkt machen. Sie kündigte an, Fälle wie die mutmaßliche systematische Manipulation von Aufträgen im Verkehrsministerium weiter aufzuklären.

    Gamarra übte scharfe Kritik an Verkehrsminister Óscar Puente. Sie erinnerte daran, dass in seinem Ressort hohe Beamte zurücktreten oder entlassen würden, ohne dass Puente dazu Stellung nehme. Sie forderte ihn auf, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren und die Vorgänge im Ministerium offenzulegen.

    Politik
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