Lanzarote spricht über den Rekordhaushalt 2026, Vorwürfe zu Missständen in Seniorenheimen und die Energiewende mit neuen ZAR-Karten sowie weitere Entwicklungen. Was die Insel aktuell beschäftigt.
Rekordhaushalt 2026 für Lanzarote und La Graciosa beschlossen
Der Cabildo von Lanzarote hat den Haushalt 2026 endgültig verabschiedet. Er umfasst 289.737.145,69 Euro im konsolidierten Etat und deckt zentrale Herausforderungen auf Lanzarote und La Graciosa ab. Nach Ablauf der Einspruchsfrist sieht die Inselverwaltung eine belastbare Grundlage für soziale und wirtschaftliche Maßnahmen in den Bereichen Wohnen, Sicherheit, Wasser, Transport und Soziales.
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort lobte die Haushaltsabteilung und erklärte, der Etat solle Lebensqualität verbessern und nachhaltige Entwicklung fördern. Vizepräsidentin María Jesús Tovar nannte 50 Millionen Euro für Soziales und 12 Millionen Euro für den Transport, um die kostenlose Busnutzung zu sichern. 9 Millionen Euro fließen in Flottenmodernisierung und neue Feuerwachen in Arrecife und Tías.
Seniorenheim Amavir Tías: Cabildo und PSOE liefern sich Schlagabtausch
Der Präsident der Inselverwaltung, Oswaldo Betancort, hat im außerordentlichen Plenum Maßnahmen nach Berichten über mutmaßliche Missstände im Seniorenheim Amavir Tías dargestellt. Daysi Villalba, Leiterin der reaktivierten Überwachungseinheit für Residenzen, erläuterte den Dienst, während Betancort betonte, der Schutz älterer Menschen stehe über politischem Streit. Er sagte, das Cabildo habe Informationen an die Guardia Civil weitergeleitet und Inspektionen bei der Regierung der Kanaren angefordert.
Die sozialistische Partei PSOE hatte zuvor schwere Vorwürfe erhoben. Die Abgeordnete Ariagona González erklärte, Betancort und Sozialdezernent Marciano Acuña hätten seit Februar Berichte gekannt und dennoch nicht gehandelt. Sie zitierte Mängel wie Hygieneprobleme, häufige Stürze und Fehler bei der Medikamentenvergabe und kündigte an, die Aufklärung weiter voranzutreiben.
Energiewende auf Lanzarote: Kommission soll ZAR-Kartenfehler korrigieren
Die Regierung der Kanarischen Inseln und der Cabildo von Lanzarote haben eine engere Abstimmung zu erneuerbaren Energien vereinbart. Umweltminister Mariano H. Zapata sagte, beide Seiten wollten die Zonen für beschleunigte Erneuerbare, die sogenannten ZAR, als Planungsinstrument nutzen und zugleich Schutz und Identität Lanzarotes wahren. Innerhalb eines Monats soll eine technische und politische Kommission starten, um Kartenfehler zu beheben und die abgegrenzten Bereiche zu überprüfen.
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort erklärte, eine interne technische Arbeitsgruppe solle den Prozess koordinieren, ergänzt durch sektorale Kommissionen mit lokalen Akteuren. Die ZAR umfassen laut Angaben rund 0,23 Prozent der Inseloberfläche, Projekte bleiben an Umweltprüfungen gebunden und Dächer sowie bereits geprägte Flächen sollen Vorrang haben. Enteignungen für Solarprojekte bleiben gesetzlich ausgeschlossen.
Streit um Fördergelder: Cabildo weist PSOE-Kritik an Energiepolitik zurück
Der Energiebeauftragte der Inselverwaltung, Miguel Ángel Jiménez, hat der PSOE auf Lanzarote Desinformation vorgeworfen. Anlass war Kritik der Sozialisten, der Cabildo habe eine Next Generation EU Förderlinie für erneuerbare Energien auf brachliegenden Flächen nicht genutzt. Jiménez sagte, die technischen Dienste hätten die Ausschreibung als ungeeignet bewertet, weil die ZAR-Definition noch in Arbeit gewesen sei und die Teilnahme dem territorialen Modell für Lanzarote und La Graciosa widersprochen hätte.
Jiménez erklärte zudem, unter mehr als 200 geförderten Projekten auf regionaler Ebene sei keine lanzarotenische Institution vertreten gewesen. Er nannte es paradox, dass die PSOE den Cabildo angreife, aber verschweige, dass auch drei weitere von ihr geführte lokale Institutionen nicht teilgenommen hätten. Betancort treibt parallel Energieinitiativen wie den Windpark San Bartolomé und neue Ladesäulen voran.
Kostenloser Nahverkehr: Lanzarote hat mehr als 17,5 Millionen Euro zugeschossen
Der Cabildo von Lanzarote hat zwischen 2022 und 2025 mehr als 17,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln eingesetzt, um den kostenlosen öffentlichen Nahverkehr zu sichern. Die staatlichen Programme deckten die tatsächlichen Kosten nicht, weshalb die Inselverwaltung den Großteil der Rabatte trug. 2025 lagen die Gesamtkosten bei mehr als 9,5 Millionen Euro, davon übernahm das Cabildo mehr als 7,4 Millionen Euro.
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort erklärte, die Kostenfreiheit sei nie unterbrochen worden. Verkehrs- und Mobilitätsrat Miguel Ángel Jiménez sagte, die Maßnahme habe das Mobilitätsverhalten verändert und eine Ausweitung des Systems erzwungen. 2025 erreichte der Verkehr 8,28 Millionen Fahrgäste, seit 2022 stieg die Fahrgastzahl um 86 Prozent und die Flotte um 20 Prozent.
Timanfaya: Izquierda Unida kritisiert geschlossene Verwaltungsbüros
Izquierda Unida Canaria hat die Schließung der Verwaltungsbüros im Nationalpark Timanfaya wegen Personalmangels kritisiert. Die Partei erklärte, dadurch seien Telefon, E-Mail-Kommunikation und persönlicher Bürgerservice derzeit blockiert, während der touristische Betrieb weiterlaufe. Koordinator Saúl Alberola sagte, es sei untragbar, dass in einem der bedeutendsten Naturräume des Staates nicht genug Personal für Verwaltung und Betreuung vorhanden sei.
Die Partei sprach von einem Symptom für den Verfall öffentlicher Dienste auf den Kanaren und machte jahrelange Vernachlässigung verantwortlich. Izquierda Unida hatte den Fall im spanischen Parlament angesprochen und forderte die sofortige Wiederbesetzung der Stellen sowie einen Plan zur Stärkung der öffentlichen Verwaltung in den Nationalparks.
Arrecife: Polizei rettet 22-Jährige aus dem Meer
Die Polizei von Arrecife hat eine 22 Jahre alte Frau aus dem Meer gerettet. Ein junger Mann hatte gegen 1.25 Uhr in der nahegelegenen Wache gemeldet, die Frau stehe auf der Brücke zum Castillo de San Gabriel und wolle offenbar springen. Als Beamte eintrafen, sahen sie, wie sie ins Wasser stürzte.
Ein Polizist sprang ins Meer, weil die Frau nicht schwamm und zu sinken begann, während ein Kollege vom Ufer aus die Rettungsdienste alarmierte. Eine Ambulanz des Servicio de Urgencias Canario brachte die Frau zur Untersuchung ins Hospital Doctor José Molina Orosa. Die Polizei sprach von einer koordinierten, schnellen Reaktion.
Sturmwarnung Therese: Arrecife öffnet Register und ordnet Homeoffice an
Der Stadtrat von Arrecife hat den Betrieb des offiziellen Registers trotz Sturmwarnung aufrechterhalten. Das übrige Personal arbeitete im Homeoffice, ausgenommen Beschäftigte mit Aufgaben im städtischen Notfallplan PEMU. Die kanarische Notfallbehörde hatte für Lanzarote die Alarmstufe ausgerufen, weshalb Techniker und Einsatzpersonal zur Koordination bereitstanden.
Das Rathaus verwies zudem auf eine 24-Stunden-Online-Plattform, über die Bürger Zertifikate und weitere Verwaltungsvorgänge über die Website erledigen konnten. Damit blieb der Zugang zu Dienstleistungen auch bei eingeschränktem Präsenzbetrieb gewährleistet.
Teguise erhält restauriertes Buch der Quintos aus dem 18. Jahrhundert zurück
Der Ayuntamiento von Teguise hat das restaurierte Buch der Quintos von 1763 bis 1764 erhalten. Das Zentrum für Konservierung und Restaurierung des Cabildo von La Palma hatte das Dokument aufgearbeitet, weil es auf Lanzarote kein spezialisiertes Restaurierungszentrum gibt. Die Kulturbeauftragte der Inselverwaltung von La Palma, Myriam Perestelo, übergab das Werk bei einer offiziellen Veranstaltung an Bürgermeisterin Olivia Duque.
Duque betonte die Bedeutung institutioneller Zusammenarbeit für den Erhalt des historischen Erbes, während Stadträtin Mar Boronat die langfristige Sicherung der Bestände hervorhob. Im Rahmen des Besuchs der Restauratorin Verónica Ojeda fand zudem ein Workshop zu Erste-Hilfe-Maßnahmen für alte Dokumente statt. Beide Seiten wollen die Kooperation per Abkommen ausbauen.







