Fernando Clavijo hat im Parlament einen parteiübergreifenden Schulterschluss für eine gerechte Finanzierung der Kanarischen Inseln gefordert. Der Präsident der Kanarischen Regierung rief am Dienstag alle politischen Parteien sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Akteure dazu auf, gemeinsam ein Bündnis zu bilden, das ein faires System der autonomen Finanzierung für die Inseln verteidigt. Clavijo warnte, dass das zwischen dem spanischen Staat und der Generalitat vereinbarte Abkommen, wonach Katalonien das gemeinsame Finanzierungssystem verlässt, für die Kanaren einen Verlust von bis zu 2500 Millionen Euro jährlich bedeuten könnte.
Laut Clavijo würde diese Kürzung unmittelbar essenzielle öffentliche Dienste wie das Gesundheitswesen, die Bildung und die Sozialdienste betreffen. „Unser Leben hängt davon ab, dass wir mit aller Kraft dagegen kämpfen“, betonte der Präsident und hob die Notwendigkeit hervor, „ein großes Bündnis zum Schutz dieser Region zu schaffen“.
Gerechte Finanzierung für die Kanaren im Fokus
Während seiner Rede forderte Clavijo alle Fraktionen auf, „die Kanaren über Parteigrenzen zu stellen“, um eine gemeinsame Erklärung gegen das Abkommen zwischen Zentralregierung und Katalonien zu verabschieden. Der Präsident kündigte an, die Ausarbeitung und Verhandlung dieses Dokuments persönlich zu leiten und dafür die Unterstützung des Parlaments sowie der sozialen und wirtschaftlichen Sektoren des Archipels zu suchen.
In diesem Zusammenhang kritisierte er das Schweigen der kanarischen PSOE und äußerte die Sorge, dass parteipolitische Interessen den Bürgern der Kanaren schaden könnten. „Mich beunruhigt das Schweigen der PSOE und ihres Generalsekretärs sehr. Es wäre nicht hinnehmbar, die Kanaren zu opfern, damit Pedro Sánchez im Moncloa-Palast bleibt“, sagte Clavijo.
Clavijo setzt auf Unterstützung anderer Regionen
Der Präsident zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch andere autonome Gemeinschaften einen Systemwechsel ablehnen, der seiner Ansicht nach das verfassungsrechtliche Prinzip der Solidarität und des territorialen Gleichgewichts gefährdet. Clavijo erinnerte daran, dass sich bereits PSOE-Präsidenten wie Emiliano García-Page (Kastilien-La Mancha) und Adrián Barbón (Asturien) gegen das Abkommen ausgesprochen hätten, da sie es als Benachteiligung ansehen.
Ein weiteres Thema der Parlamentssitzung war die Wohnraumpolitik der kanarischen Regierung. Clavijo hob hervor, dass 2024 der Wohnungsbau wieder das Niveau von 2009 erreicht habe: Mehr als 4000 Wohnungen seien begonnen und fast 3000 fertiggestellt worden. Zudem befänden sich derzeit mehr als 2000 Sozialwohnungen im Bau oder in der Sanierung.
Wohnungsbau und Gesetzesinitiativen auf den Kanaren
Clavijo führte diesen Anstieg auf die von der Regierung beschlossenen Dekrete und auf Hilfen für junge Menschen zurück, kritisierte jedoch die Zentralregierung für die ausbleibende Reform des staatlichen Wohnraumgesetzes. Dieses habe laut Clavijo rechtliche Unsicherheit geschaffen und die Preise steigen lassen.
Außerdem verteidigte der Präsident das neue Gesetz für Ferienwohnungen als sinnvolles Instrument gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum auf den Kanaren und forderte die Opposition auf, die parlamentarische Behandlung nicht weiter zu verzögern.



