Die Regierung der Kanarischen Inseln und das Cabildo von Teneriffa haben neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Reblaus-Plage eingeführt. Diese umfassen die Nutzung des Meeres als Barriere und die Einschränkung der Bewegung von Trauben und Pflanzenmaterial zwischen den Inseln, erklärte Eduardo García, stellvertretender Minister für den Primärsektor der Regionalregierung.
Die Mehrheit der Winzerverbände begrüßt diese Maßnahmen, doch die Vereinigung der Winzer und Weinhersteller Avibo äußerte tiefe Besorgnis über das Management der Plage auf Teneriffa. Sie forderte wissenschaftliche Genauigkeit und bezeichnete die Maßnahmen als unverhältnismäßig.
Maßnahmen gegen Reblaus auf Teneriffa
Die neuen Einschränkungen, die im Amtsblatt der Kanarischen Inseln veröffentlicht wurden, wurden zuvor mit der Mehrheit der Ursprungsbezeichnungen abgestimmt, die 90 Prozent vertreten, so García. Er betonte, dass die Entscheidung aus einem technischen und wissenschaftlichen Austausch hervorgegangen sei, der das Vorsorgeprinzip berücksichtige.
Zu den Maßnahmen zur Kontrolle der Reblaus in den betroffenen Gebieten gehört ein Verbot der Bewegung von Pflanzenmaterial wie Reben, Wurzeln, Trieben oder frischen Trauben innerhalb und außerhalb des festgelegten Gebiets. Zudem ist die Beseitigung und Behandlung befallener Pflanzen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln vorgeschrieben.
Kritik und Unterstützung der Maßnahmen
Ein kontrollierter Perimeter mit strengen Einschränkungen wurde ebenfalls eingerichtet, und die Überwachung in nahegelegenen Weinbergen und anderen Gebieten auf Teneriffa wird verstärkt, um mögliche neue Ausbrüche zu erkennen. Die Erklärung der öffentlichen Nützlichkeit erlaubt es den Behörden, dringende und obligatorische Maßnahmen umzusetzen, einschließlich der Kontrolle und Desinfektion von Werkzeugen und Maschinen, die zur Ausbreitung der Plage beitragen könnten.
Kritiker, wie die Winzer von Avibo, fordern präzise und gezielte Maßnahmen: strikte Kontrolle der Gebiete, in denen die Plage festgestellt wurde, und genaue Überwachung des restlichen Teils der Insel, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Sie lehnen generalisierte oder übermäßige Maßnahmen ab, die Gebiete betreffen, die frei von Reblaus sind oder schwer umzusetzen sind.
Andererseits erklärt Mari Paz Gil, Önologin beim Kontrollrat der Ursprungsbezeichnung Tacoronte-Acentejo, dass die Verbände den Vorschlag der öffentlichen Verwaltungen vollständig teilen. Sie fügt hinzu, dass bei jedem Treffen klar war, dass diese Einschränkungen notwendig seien.
Eduardo García betont die Bedeutung von Vorsicht und Prävention. Diese gleiche Reblaus-Plage trat im 19. Jahrhundert in Europa auf und führte zur massiven Zerstörung von Weinbergen. Dank der Seegrenzen erreichte sie nie die Kanarischen Inseln. Daher betont der stellvertretende Minister, dass mit diesen Maßnahmen beobachtet werde, wie sich die Plage verhalte, und anschließend werde man eine klarere Vorstellung davon haben, wie weiter vorzugehen sei, bis sie beseitigt sei.











